Aktuelles · 02. September 2026
Der beworbene Zins ist der Bestfall. Nicht deiner.
Eine Bank wirbt mit 3,69 Prozent. Im Kleingedruckten steht eine Spanne bis 14,40 Prozent, und der Zins, den zwei von drei Kunden bekommen, liegt bei rund 7,9 Prozent.
Sören Kämmerling Zinsen
Ein Kunde wollte seine Modernisierung finanzieren und hatte einen Werbezins von 3,69 Prozent im Kopf. Also haben wir gemeinsam das Kleingedruckte aufgemacht.
Dieselbe Bank nennt dort eine Spanne von 3,69 bis 14,40 Prozent. Und den Zins, den zwei von drei Kunden tatsächlich bekommen, das sogenannte repräsentative Beispiel, das gesetzlich mit angegeben werden muss, beziffert sie auf rund 7,9 Prozent.
Das ist keine Täuschung, sondern der Mechanismus: Der Werbezins ist der Bestfall bei bester Bonität. Dein Zins richtet sich nach deiner Bonität, nach dem Objekt und danach, wie viel vom Wert finanziert wird. Bei Ratenkrediten sehe ich derzeit auch zweistellige Sätze, und Kunden nehmen sie, weil sie Geld brauchen und nirgends sonst vergleichen. Deshalb der einzige nützliche Satz zu Werbezinsen: Schaut immer auf das repräsentative Beispiel darunter, nicht auf die große Zahl.
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