Aktuelles · 14. Oktober 2026
Fest angestellt, gutes Gehalt, und trotzdem die Absage
Ein ganz normaler Angestellter bekommt keine Finanzierung, weil sein Arbeitgeber zufällig sein Vater ist. Eine Absage ist fast nie das Urteil über dich.
Sören Kämmerling Absage
Ein junger Mann kommt zu mir. Fest angestellt, ordentliches Einkommen, alles sauber. Die erste Rückmeldung der Bank klingt gut. Telefonat, Unterlagen nachgereicht, alles eingereicht. Dann die Absage.
Der Grund? Er arbeitet im Betrieb seines Vaters. Und die Bonität dieses Familienbetriebs ist mit einem Negativmerkmal behaftet. Die Bank bewertet also nicht mehr nur sein Gehalt, sondern auf einmal die Firma dahinter.
Noch mal zum Mitdenken: Ein ganz normaler Angestellter bekommt keine Finanzierung, weil sein Arbeitgeber zufällig sein Vater ist. Wärst du bei einer Bank angestellt, würde ja auch niemand die Bilanz der Bank prüfen, bevor du einen Kredit bekommst. Aber sobald das Wort „Familie” fällt, wird auf einmal ganz genau hingeschaut, und aus einem normalen Fall wird ein Problem.
Für mich zeigt dieser Fall vor allem eins: Eine Absage ist fast nie das Urteil über dich. Sie ist das Ergebnis eines Rasters, das in solchen Konstellationen oft gar nicht sauber greift.
Genau da fängt meine Arbeit an. Nicht bei „geht nicht”, sondern bei der Frage, woran es wirklich liegt und was sich daran ändern lässt.
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