Kaufen oder mieten — was kostet wirklich mehr?
Miete ist jeden Monat weg. Von einer Rate ist nur der Zinsanteil weg, der Rest steckt im Haus. Genau das rechnet diese Seite gegeneinander — ohne Annahmen darüber, was Immobilien in zwanzig Jahren wert sind.
Wann der Rückstand aufgeholt ist.
Was in keiner Tabelle steht
Bis hierhin ging es um Geld. Aber niemand kauft ein Haus, weil eine Tabelle es empfiehlt. Eigentum ist zuerst eine Entscheidung des Bauchs und erst danach eine des Kopfes — und das ist keine Schwäche in der Rechnung, sondern der eigentliche Punkt.
Es geht um Freiheit: eine Wand einreißen, weil sie stört. Einen Baum pflanzen, der erst in zwanzig Jahren Schatten wirft. Einen Nagel einschlagen, ohne jemanden zu fragen. Es geht um einen Lebenstraum, den viele jahrelang mit sich herumtragen, bevor sie ihn zum ersten Mal laut aussprechen. Um ein Zuhause für die Familie, in dem Kinder groß werden und an das sie sich ihr Leben lang erinnern. Um Bleistiftstriche am Türrahmen, die man beim Umzug nicht mitnehmen kann.
Nichts davon steht im Rechner oben, und nichts davon lässt sich in Euro umrechnen. Genau deshalb rechnen wir die Geldseite so sauber wie möglich durch: damit sie geklärt ist und die Entscheidung an den Dingen hängen darf, um die es wirklich geht. Ein Traum, der sich nicht trägt, wird zur Last. Einer, der sich trägt, trägt ein Leben lang. Welcher von beiden es ist, findet man vorher heraus — nicht danach.
Zwei weitere Dinge lassen sich ebenfalls nicht ausrechnen, geben in unseren Gesprächen aber häufiger den Ausschlag als jede Rendite.
Eigenbedarf: Wie lange man bleibt, entscheidet jemand anderes
Ein Mietvertrag ist gut geschützt, aber er ist kein Besitz. Meldet die Vermieterin oder der Vermieter Eigenbedarf für sich oder nahe Angehörige an, endet das Mietverhältnis — mit Fristen von drei bis neun Monaten, gestaffelt nach der Wohndauer. Widerspruch ist möglich, wenn der Auszug eine besondere Härte bedeutet, aber er ist ein Verfahren mit offenem Ausgang, kein Vetorecht.
Was das praktisch heißt, hören wir regelmäßig: Kita und Schule sind gewählt, die Großeltern wohnen zehn Minuten entfernt, und dann kommt ein Brief. In einem angespannten Markt ist die nächste Wohnung im selben Viertel oft nicht nur schwer zu finden, sondern deutlich teurer als die alte. Im Eigentum entscheidet man selbst, wie lange man bleibt. Diese Sicherheit steht in keiner Rechnung, und für viele ist sie der eigentliche Punkt.
Und wie sieht es im Alter aus?
Das ist die Frage, die im Rechner am weitesten rechts liegt und im Leben am schwersten wiegt. Mit der Rente sinkt das Einkommen deutlich — die Miete sinkt nicht mit. Sie steigt weiter, Jahr für Jahr, und trifft dann auf ein kleineres Budget. Ein Blick lohnt sich: Stellt den Zeitraum oben einmal auf dreißig oder fünfunddreißig Jahre. In der Ergebniszeile steht dann, was aus der heutigen Kaltmiete bis dahin geworden ist. Diese Zahl überrascht die meisten.
Ein Darlehen ist dagegen endlich. Wer mit Mitte dreißig kauft und normal tilgt, ist zum Rentenbeginn durch — danach bleiben Instandhaltung, Grundsteuer und Versicherung, aber die Rate fällt weg. Genau in dem Moment, in dem das Einkommen fällt, sinkt auch die größte Ausgabe. Das ist der Grund, warum die eigene Immobilie in der Altersvorsorge so oft vorkommt.
Ehrlich bleibt dabei: Wer die Finanzierung erst spät startet und im Ruhestand noch tilgt, dreht das Argument um — dann trifft eine volle Rate auf eine kleinere Rente. Auch das rechnen wir gemeinsam durch, bevor irgendetwas unterschrieben wird. Kevin hat sich in Folge 49 von Zaster und Zinsen eine ganze Stunde lang genau diese Frage vorgenommen: Reicht die gesetzliche Rente noch?
Was uns dazu am häufigsten gefragt wird
Warum ist die Miete komplett „verloren“, die Rate aber nicht?
Weil eine Rate aus zwei Teilen besteht. Der Zinsanteil geht an die Bank und kommt nie zurück — genau wie Miete. Der Tilgungsanteil macht die Schuld kleiner und steckt danach im Haus. Deshalb ist die Rate zwar oft höher als die Miete, aber ein Teil davon ist kein Ausgeben, sondern Umschichten.
Ab wann lohnt sich Kaufen?
Der Rechner nennt das Jahr, ab dem beim Mieten mehr Geld verloren ist als beim Kaufen. Davor liegen die Kaufnebenkosten wie ein Rückstand vorn weg — Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch und Provision sind sofort weg und tauchen in keinem Verkaufspreis wieder auf. Wer sicher weiß, dass er in fünf Jahren woanders wohnt, hat es deshalb schwer.
Was ist mit Dach, Heizung und Grundsteuer?
Das sind echte Kosten, und sie fehlen in der einfachen Rechnung. Unter „Genauer rechnen“ lässt sich ein monatlicher Betrag eintragen; als Faustzahl gilt rund 1 Prozent des Kaufpreises im Jahr. Solange dort nichts steht, sagt die Ergebnisspalte ausdrücklich, dass dieser Posten nicht mitgerechnet ist.
Und wenn die Immobilie im Wert steigt?
Dann wird der Kauf noch günstiger — aber niemand weiß, ob und wie stark. Deshalb steht diese Annahme nicht in der Grundrechnung. Unter „Genauer rechnen“ lässt sie sich einsetzen; der Rechner zeigt dann zusätzlich, ab welcher jährlichen Wertsteigerung der Kauf auch beim Vermögen vorn liegt.
Warum steigt die Miete im Rechner jedes Jahr?
Weil sie das in der Wirklichkeit auch tut. Eine Rate mit gebundenem Sollzins bleibt gleich, eine Miete nicht. Über fünfzehn oder dreißig Jahre macht dieser Unterschied den größten Teil des Ergebnisses aus — und er ist der Grund, warum die Frage im Alter noch einmal ganz anders aussieht.
Dazu haben wir Folgen aufgenommen
Miete gegen Eigentum, die Rente und die Frage, warum so viele die Entscheidung ewig vor sich herschieben.

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