Ratgeber · Miete oder Eigenheim
Was deine Miete dich über die Jahre kostet
Miete fühlt sich an wie eine feste, harmlose Größe, über die man nicht weiter nachdenkt. Hochgerechnet über zehn, zwanzig, dreißig Jahre wird daraus eine Summe, die die meisten überrascht. Hier steht, was dahintersteckt, warum der Vergleich mit einer Finanzierung oft anders ausfällt als gedacht, und wie du ganz ohne Druck einen ersten Blick wagst.
Miete ist nicht im moralischen Sinn „verloren“, aber sie ist jeden Monat endgültig weg, und sie hört nicht auf, solange du wohnst. Anders als eine Finanzierungsrate mit festem Zins bleibt sie außerdem nicht gleich: Im Bundesschnitt steigen Bestandsmieten seit Jahren um die zwei Prozent im Jahr. Über eine lange Zeit ist diese Steigerung kein Nebeneffekt, sondern macht den größten Teil der Summe aus.
Am ehrlichsten wird das mit deiner eigenen Zahl. Trag deine heutige Kaltmiete und eine Mietsteigerung ein, und du siehst, was über zehn, zwanzig, dreißig und vierzig Jahre zusammenkommt. Für viele ist der Betrag nach dreißig Jahren der Moment, in dem das Thema zum ersten Mal greifbar wird, nicht als Vorwurf, sondern als Ausgangspunkt.
Die zweite Seite der Rechnung ist die entscheidende: Dieselbe monatliche Summe, die heute deine Miete ist, trägt schon ein Darlehen. Der Unterschied liegt darin, was mit dem Geld passiert. Miete ist vollständig weg. Von einer Rate ist nur der Zinsanteil weg, der Rest tilgt die Schuld und steckt danach im Haus. Deshalb ist eine Rate zwar oft höher als die Miete, aber ein Teil davon ist kein Ausgeben, sondern Umschichten. Wie das mit Kaufnebenkosten und Instandhaltung genau aussieht, rechnet der Vergleich Kaufen oder mieten.
Besonders deutlich wird der Unterschied im Alter. Mit der Rente sinkt das Einkommen, die Miete sinkt nicht mit, sie steigt weiter und trifft dann auf ein kleineres Budget. Ein Darlehen ist dagegen endlich: Wer rechtzeitig startet und normal tilgt, ist zum Rentenbeginn durch, und genau in dem Moment, in dem das Einkommen fällt, fällt auch die größte Ausgabe weg. Ehrlich bleibt dabei, dass sich das Argument umdreht, wenn die Finanzierung sehr spät beginnt und im Ruhestand noch läuft.
Und wenn dir das ganze Thema Respekt einflößt: Das ist normal und kein Versäumnis. Eine Finanzierung ist die größte Zahl im Leben der meisten Menschen. Der erste Blick in den Rechner ist aber keine Entscheidung, sondern nur eine Zahl, die du längst kennst, einmal zu Ende gedacht. Bleibt danach eine Frage, nimm sie mit in ein Kennenlernen: zwanzig Minuten, ohne Vorbereitung und ohne dass du dich zu irgendetwas festlegen musst.
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